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Lage in der Stadt

Das Bearbeitungsgebiet befindet sich östlich der Berliner City am südwestlichen Rand des Bezirkes Lichtenberg. Die Quartiere am Ostkreuz, am Rummelsburger See sowie auf der Halbinsel Stralau sind beliebte Wohnstandorte. Das Plangebiet der Promenade „An der Mole“ ist einerseits einer von vier Vorplätzen des Bahnhofs Ostkreuz, andererseits aber auch das Bindeglied zwischen dem Verkehrsknotenpunkt Ostkreuz und der Rummelsburger Bucht.

Historische Einordnung

Die Besiedlung der Uferbereiche am Rummelsburger See reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Die Halbinsel Stralau zwischen Rummelsburger See und Spree – benannt nach dem ehemaligen Fischerdorf Stralow – wurde im 18. Jahrhundert ein beliebter Wohn- und Erholungsort für die Berliner.

Mit der einsetzenden Industrialisierung und der damit verbundenen Ansiedlung großer Industriebetriebe wandelte sich im 19. Jahrhundert das Bild der Rummelsburger Bucht von einem Erholungs- und Ausflugsgebiet zu einem vielfältig strukturierten Gewerbe- und Industriegebiet mit vereinzelten Arbeiterwohnhäusern.

Aufgrund der Lagegunst am Wasser entstanden zahlreiche großflächige Fabrikkomplexe. Die Halbinsel Stralau und das Nordufer wurden zu einem dicht bebauten Industriegebiet, u. a. mit einer Brauerei, einer Glashütte, chemischer Industrie sowie Maschinenfabriken. Im Jahr 1925 / 26 wurde das Kraftwerk Klingenberg gebaut, das bis heute einen bedeutenden Teil Berlins mit Elektrizität und Fernwärme versorgt.

Mit dem wirtschaftlichen Umbruch nach der Wiedervereinigung wurden in den 1990er Jahren zahlreiche Betriebe am Rummelsburger See aufgegeben. Die Flächen fielen brach und entwickelten sich zu einem städtebaulichen Missstand. Zudem bestand eine erhebliche Belastung der Böden und Gewässer durch Altlasten der vormaligen industriellen Nutzung.

Entwicklungsbereich „Berlin – Rummelsburger Bucht“

Die Entwicklung der Rummelsburger Bucht hat für das Land Berlin eine herausragende regionale Bedeutung. Im räumlichen Strukturkonzept des Landes Berlin ist die Rummelsburger Bucht im Zusammenhang mit dem Ostkreuz als wichtiger Dienstleistungsschwerpunkt der Stadt benannt.

Der Entwicklungsbereich wurde durch Rechtsverordnung gemäß §§ 165 ff. BauGB förmlich festgelegt und trat 1994 in Kraft.

Folgende generelle Ziele wurden für die Entwicklungsmaßnahme formuliert:

  • Errichtung von Wohn- und Arbeitsstätten einschließlich der erforderlichen Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen,
  • Grundlegende städtebauliche Neuordnung und Umstrukturierung,
  • Stärkung der funktionalen, strukturellen Aspekte des Gebietes, direkte Anbindung an den überregional bedeutsamen S-Bahnknotenpunkt Ostkreuz.

Entwicklungsplan_1994Die Grundkonzeption des 1994 erarbeiteten städtebaulichen Rahmenplanes basiert auf dem Leitbild der „städtischen Landschaft“, das auf eine übergreifende Ordnung von landschaftlicher Offenheit und städtischer Konzentration abstellt. Dies äußert sich in der Gliederung des Gesamtbereiches in funktionsfähige Quartiere, die einerseits durch Grünanlagen oder Gemeinbedarfseinrichtungen voneinander getrennt sind und andererseits durch den Uferwanderweg und das Erschließungssystem miteinander verknüpft werden.

Für die Halbinsel Stralau war für den westlichen Teil eine städtische und für den östlichen Teil eine landschaftlich geprägte Struktur entwickelt worden. Das erarbeitete städtebauliche Leitbild sah dabei eine nord-süd-ausgerichtete Zeilenstruktur vor, die den Durchblick zur Spree und zum Rummelsburger See ermöglichen sollte. Im Rahmen der weiteren Planungen für den Entwicklungsbereich „Berlin – Rummelsburger Bucht“ wurden zahlreiche Konzepte und Wettbewerbsbeiträge erarbeitet, welche die weitere Entwicklung des Untersuchungsgebiets zum Thema hatten.

Die übergeordneten Aufgaben wie Planung, Renaturierung und Herstellung erforderlicher Infrastrukturen sind zum überwiegenden Teil erbracht; über die Hälfte der Bauvorhaben sind fertig gestellt bzw. im Bau. Deshalb wurde im Jahr 2007 das Entwicklungsrecht für einen großen Teil des Entwicklungsbereiches aufgehoben. Dieses besteht aktuell nur noch für den Bereich „Glashütte“ sowie das nördlich angrenzende Untersuchungsgebiet „An der Mole“.

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Der städtebauliche Entwicklungsbereich und insbesondere das Plangebiet stellen ein Bindeglied zwischen den Stadtbezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und Treptow-Köpenick her. Die Lage an der Spree und am Rummelsburger See sowie die Nähe zum Treptower Park und zum Plänterwald geben dem Plangebiet ein einzigartiges, innenstadtnahes, landschaftlich geprägtes Ambiente.

 

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